Autor: Vera Kadletz

Achtsame Kommunikation

„Danke“ scheint manchmal das schwierigste Wort zu sein. Tief sitzt in mir die Erinnerung an ein Unternehmen, in dem ein Geschäftsführer zur MitarbeiterIn sagte: „Wenn Sie öfter ein „Danke“ hören wollen, dann kann ich Ihnen gerne 400€ weniger im Monat zahlen.“ Welch eine Aussage auf menschlicher Ebene und über den Umgang im Unternehmen! 

Es geht hier nicht darum, jedes Mal mit dem Danke auf die Knie zu gehen. Aber ein aufrichtiges Danke für eine Mitteilung von einem/r MitarbeiterIn ist ein Zeichen des Wahr-Nehmens und der Wertschätzung. Es geht hier nicht um Bestätigung, sondern in erster Linie mal nur um die Wahrnehmung des Gesagten und der Person dahinter. 

Denn: wir alle wollen einfach da sein dürfen. Und auch wenn es manchmal nicht so offensichtlich ist, so wollen wir alle unseren Platz haben und mit unseren Fähigkeiten nützlich sein: für das Unternehmen in dem wir arbeiten, in einer Familie, im Verein oder in einer anderen Form von Gemeinschaft. 

Es hört sich wahrscheinlich einfach an, aber vervollständigte Kommunikation reduziert Konfliktpotential um ein Vielfaches. 

Ja, so einfach! …und doch so knifflig. 

Denn selten wird unser Gegenüber genau die Meinung oder Ansicht teilen, die wir haben. Also wie jetzt? 
Die Kunst ist es, nicht in einem „Entweder-Oder“ zu denken, sondern in einem „Sowohl-als-Auch“. Von diesem Sowohl-als-Auch lässt es sich nämlich viel leichter zu einer gemeinsamen Lösung finden, als vom Entweder-Oder. Denn das Entweder-Oder schließt immer jemanden aus. Zudem profitieren wir  von einer breiteren Informationsgrundlage auf der wir weiter gehen. 

Grundlage vervollständigter Kommunikation ist das wertfreie Zuhören. Eine Fähigkeit, die trainiert werden kann, so wie wir auch unseren Körper trainieren, um fit zu bleiben. 
Das bedeutet natürlich nicht, dass wir keine Meinung mehr haben dürfen. Wertfreies Zuhören unterstützt uns aber dabei, ein und dieselbe Sache aus mehreren Perspektiven anzuschauen und so eine informierte Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung fühlt sich dann klar an! 

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Denn mein Gegenüber ist ein eigenes Universum, von dem ich das Potential nicht annähernd abschätzen kann! 

Mit dieser Einstellung erlauben wir dem Gegenüber die Entwicklung des vollen Potentials in der Kommunikation und im Handeln. Klingt einfach und nützt nicht nur der Führungskraft, sondern dem ganzen Unternehmen. 

Mythos – Achtsamkeit ist Weichspüler

Oft höre ich die Befürchtung, dass Achtsamkeit zu einer Schmälerung der Produktivität führt. Meist wird in diesem Fall Achtsamkeit damit assoziiert keine Entscheidungen zu treffen, die jemanden treffen könnten und immer lieb zueinander zu sein. Darum geht es – aus meiner Sicht – nicht! 

Gleich vorab: es verhält sich mit dem Begriff Achtsamkeit ähnlich wie mit der Nachhaltigkeit: es steckt viel drin und es braucht den genauen Blick und Definition fürs eigene Unternehmen. Was ist Achtsamkeit für uns? Wo wollen wir sie integrieren und wie? 

Ganz klar! Ein Unternehmen hat Ziele und die gilt es zu erreichen, dies ist für alle Beteiligten von Vorteil – Arbeitsplätze können erhalten werden, das Unternehmen kann weiter bestehen, sogar wachsen und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Zu diesem Ziel führen viele Wege und welcher davon – aus menschlicher, wirtschaftlicher und strategischer Sicht – gewählt wird ist Sache der Führung. Deswegen beginnt Achtsamkeit aus meiner Sicht immer in der Führungsebene. 

Welche Art von Kommunikation wird gewählt? Wie ist die Arbeitsweise? Wie wird mit Konflikten umgegangen? Wie wird mit den körperlichen Ressourcen und der Gesundheit der MitarbeiterInnen umgegangen? Wie gehen MitarbeiterInnen selber damit um? Wie geht die Führungskraft mit den eigenen Ressourcen um? Wie wird mit den Unternehmensressourcen umgegangen? Wie wird Verantwortung verteilt und wo wird sie auch übernommen? 

Achtsamkeit ist vielfältig und bringt Potential für alle Bereiche des Unternehmens. Wenn Achtsamkeit ins Unternehmen integriert wird, sollte genau überlegt werden, was es gerade wo braucht (hierzu auch: Fähigkeiten durch Achtsamkeit) und welche Art von Achtsamkeit für Führungskräfte, MitarbeiterInnen und Unternehmsziel Sinn macht. Achtsamkeit geht selbstverständlich immer nur in Kombination und nie nur in einem Bereich!! 

Natürlich beinhaltet Achtsamkeit AUCH einige prinzipielle Umgangsweisen. Dazu mehr im Artikel: Lebensregeln mit Achtsamkeit. 

Achtsamkeit bedeutet die Augen aufzumachen und mit den aktuellen Herausforderungen und Situation umzugehen. Klar, mit Fokus und Kreativität. Wahrscheinlich die wichtigsten Fähigkeiten in einer VUKA Welt. 

Für ein erstes Beratungsgespräch freue ich mich auf eine Kontaktaufnahme.

Beratungsgespräch ab 80€ 

Achtsam in Führung

Ein Unternehmen oder eine Abteilung zu führen ist zu einer komplexen Angelegenheit geworden: Multigenerationale Herausforderungen, unsichere Entscheidungsgrundlagen, sich schnell verändernde Umstände… 
weit voraus gefasste Jahrespläne sind wichtig um Ziele zu definieren. Gleichzeitig braucht es eine hoch entwickelte Fähigkeit um den Status Quo immer wieder zu erfassen und die veränderten Umstände in die Findung der Handlungsschritte mit einfließen zu lassen. 

Ein weiterer Aspekt achtsamer Führung ist Klarheit im eigenen Sein. Eine Führungskraft ist ein Spiegel für vielerlei Reflexionen. Jede dieser Spiegelungen ist eine Möglichkeit noch mehr über sich selbst zu lernen. Nicht immer können wir emotional so gut damit umgehen, wie wir uns das wünschen. Eine hohe Klarheit darüber, wie es mir selbst gerade geht und wie sich dies auf andere auswirkt, gibt die Grundlage für Klarheit in Entscheidungen und im Umgang mit anderen. Dazu mehr in diesem Artikel (Link) 

Eine wichtige Fähigkeit, die dabei unterstützt, ist das Zurücktreten aus Situationen um den Blick von außen auf die Sache zu werfen. Achtsamkeitstechniken wie Yoga und Meditation schulen diese Fähigkeit, so haben wir sie auch im Alltag zur Verfügung. 

Was sind die Effekte achtsamer Führung?

In einer sich schnell verändernden Umgebung ist es die Fähigkeit der klaren und raschen Wahrnehmung, die uns unterstützt handlungsfähig zu bleiben. Der Fokus bleibt auf dem Ziel und gleichzeitig wird Flexibilität kultiviert, die klares und ausgerichtetes Handeln in einer VUCA Welt möglich macht. 

Fähigkeiten, die durch Achtsamkeitstechniken trainiert werden sind:
Fokus – wichtig für das im Auge behalten des Ziels
Offene Aufmerksamkeit – für Kreativität und um Lösungsmöglichkeiten wahrzunehmen 
Flexibilität = Wechsel von Fokus zur Offenheit oder umgekehrt, Loslassen von bereits Entschiedenem (Fokus) auf die neue Lösungssuche (offene Aufmerksamkeit) oder  im Dschungel der vielen Möglichkeiten (offene Aufmerksamkeit) immer wieder das bereits Entschiedene zu verfolgen (Fokus). 
Beobachten – das wertfreie Beobachten gibt die Freiheit alle Aspekte zu sehen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. 

Du möchtest Achtsamkeit in dein Unternehmen bringen? Dann frag an und lass dir ein Angebot zu einem Workshop, Yogakurs oder Coaching für dein Unternehmen machen. Ich freue mich in Kontakt mit dir zu kommen!

…und nach Corona?

Eins ist klar: so schnell und so tiefgreifend haben wir uns wahrscheinlich schon lange nicht mehr neu auf eine Situation eingestellt. Faszinierend, wie einfach die Umstellung vielerorts ging. Erschütternd, wie wenig flexibel es bei anderen war.

Viele Umstellungen durch Corona haben gezeigt: ein flexibleres Arbeitsleben hat auch viele Vorteile – für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Vor allem das Homeoffice hat sich als eine Möglichkeit gezeigt, bei der mehrere Interessen vereint werden können und z.B. die Kinderbetreuung oder die Betreuung von älteren Menschen erleichtert wird. Zudem können viele Kilometer, Fahrzeit und Nerven gespart werden. 

So sehr sich manche gegen die Digitalisierung gewehrt haben, die letzten Monate haben auch gezeigt, wie vorteilhaft die Vernetzung sein kann. Natürlich gibt es auch hier große Herausforderungen. Wann ist man nun wirklich nicht erreichbar und klickt das E-Mail Programm komplett weg, wenn der Arbeitstag vorbei ist? Wie können die digitalen Kanäle und Möglichkeiten effektiv genutzt werden? Außerdem gilt es noch einiges an Know-How in diesem Bereich aufzubauen. 

Viele von uns haben gemerkt: ein bisschen weniger arbeiten tut eigentlich auch ganz gut und lässt Raum für Dinge die wir wirklich gerne tun und dann geht’s umso produktiver in der Arbeit. Etwas das Firmen wie Google, SAP und andere schon lange wissen und so leben. 

Die große Frage ist: Wie geht es jetzt weiter? Die Erfahrungen sind gemacht – aber geht es jetzt wieder zurück in die alten Fahrwasser? Oder werden aus den neuen Erkenntnissen neue Entwicklungen, höherer Produktivität, höherer Mitarbeiterzufriedenheit, gesündere Mitarbeiter? 

Es geht darum die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Zeit zu zukunftsweisenden Möglichkeiten zu gestalten. Denn egal ob es brilliant oder eher verbesserungswürdig gelaufen ist – die Essenz ist aus den Erfahrungen Learnings zu machen. Aus dem Gelernten werden Handlungsschritte und daraus kann eine neue Umgebung gestaltet werden, die besser angepasst auf unsere VUKA Welt ist. Das bedeutet, dass sie die Vorteile für alle Seiten mitnimmt und eine flexible Umgebung schafft, die für zukünftige Ereignisse vorbereitet ist.

Wie soll das gehen?

Ein Workshop oder Coaching ist gut investierte Zeit und macht die Sache zu einem gemeinschaftlichen Projekt. Im Workshop werden die wichtigsten Informationen gefiltert und strukturiert. Das Produkt ist nutzbares Wissen und Handlungsimpulse, die angepasstes Handeln möglich machen. Dazu braucht es vor allem die handelnden und wissenden Akteure des Betriebs. 

Ein Workshop oder Coaching. 

Klar. Strukturiert. Mit Ausrichtung. 

Das Handwerkszeug als Produkt. 

Als Unternehmen oder UnternehmerIn liegt die Möglichkeit nun da. Investiert die Zeit um aus den Corona Erkenntnissen einen wertvollen Schatz für das Unternehmen zu kreieren – es lohnt sich! 

Schreibt mir gerne eine Anfrage zu einem Workshop oder einem Coaching zum Thema! 

Coachings ab 140,-€

Workshops ab 340,-€

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